Fünf Tipps für einen insektenfreundlichen Garten

Moni­ka Stock­mann, SPD-Rats­frau im Umweltausschuss

Der Früh­ling steht vor der Tür und vie­le Fami­li­en und Hob­by­gärt­ner zieht es hin­aus ins Freie. Ob im Gemeinschafts‑, Pri­vat- oder Klein­gar­ten: Es gibt viel zu tun und für die Kin­der meist eben­so viel zu ent­de­cken. Wir haben mit Moni­ka Stock­mann gespro­chen, die für die SPD-Frak­ti­on unter ande­rem im Umwelt­aus­schuss ver­tre­ten ist, und sie nach ihren per­sön­li­chen Tipps für einen bie­nen- und insek­ten­freund­li­chen Gar­ten gefragt. In den letz­ten Mona­ten hat sie sich mit die­sen The­men beson­ders inten­siv beschäf­tigt, denn für die akti­ve Senio­rin aus Drös­chede ist der Erhalt der hei­mi­schen Arten­viel­falt ein wich­ti­ger Bei­trag zum Kli­ma­schutz. Dies schon den Kleins­ten zu ver­mit­teln, hat sie sich zur Auf­ga­be gemacht.

Kinderprojekt Barfußpfad für Dröschede

Am Anfang war die Idee, den Park an der Kamp­stra­ße in Drös­chede kind­ge­recht und unter Aspek­ten des Kli­ma- und Arten­schut­zes auf­zu­wer­ten. Ent­stan­den ist im ver­gan­ge­nen Herbst ein 30 Meter lan­ger, abwechs­lungs­rei­cher Bar­fuß­pfad, an dem die Kin­der aus der Nach­bar­schaft und dem Kin­der­gar­ten aktiv mit­ge­ar­bei­tet haben. Das Pro­jekt stieß auch auf gro­ßes media­les Inter­es­se, so dass IKZ, Radio MK und das WDR-Fern­se­hen aus­führ­lich über die Ent­ste­hung des Bar­fuß­we­ges berich­te­ten. Coro­na-bedingt zieht sich die Fer­tig­stel­lung und Frei­ga­be durch die Stadt Iser­lohn noch immer hin. Aber Moni­ka Stock­mann ist opti­mis­tisch, dass es am Drös­cheder Bar­fuß­pfad bald wei­ter­geht mit den Arbei­ten – auch mit Unter­stüt­zung des SIH. „Auf der rest­li­chen frei­en Flä­che soll außer­dem eine Blüh­wie­se ent­ste­hen“, freut sich die 72-Jäh­ri­ge. Nist­käs­ten für hei­mi­sche Vogel­ar­ten ste­hen bereit und war­ten nur dar­auf, in den Bäu­men im Park auf­ge­hängt zu wer­den. Für die Wild­bie­nen ist eine Tro­cken­mau­er oder eine Tot­holz­he­cke geplant. Was noch fehlt, sind so genann­te Insek­ten­ho­tels. Die­se sol­len in Koope­ra­ti­on mit der Grund­schu­le und den Kin­der­gär­ten in Drös­chede her­ge­stellt werden.

Warum ist der Artenschutz so wichtig?

Insek­ten sind für uns Men­schen und unse­re Öko­sys­te­me unver­zicht­bar. Das zuneh­men­de Insek­ten­ster­ben bedroht uns auch hier in Deutsch­land, denn Insek­ten bestäu­ben Pflan­zen, rei­ni­gen Gewäs­ser oder ver­bes­sern die Boden­frucht­bar­keit – ohne Insek­ten, ohne Bie­nen wür­de unser gesam­tes Öko­sys­tem zusam­men­bre­chen. Vor die­sem Hin­ter­grund bean­trag­te die SPD-Frak­ti­on im April 2018, freie Grün­flä­chen im Stadt­ge­biet in Blüh­wie­sen zu ver­wan­deln.  „Man soll­te die Debat­te über die Aus­wir­kun­gen des Insek­ten- und Bie­nenster­bens nicht allein der Bun­des­ebe­ne über­las­sen, son­dern vor Ort ent­spre­chen­de Initia­ti­ven ergrei­fen“, for­der­te unse­re jet­zi­ge Frak­ti­ons­vor­sit­zen­de Eva Kitz bereits vor drei Jah­ren. Dies sieht auch ein Bünd­nis aus Umwelt­schutz­or­ga­ni­sa­tio­nen (BUND, LNU und NABU) so. Die Volks­in­itia­ti­ve Arten­viel­falt NRW macht sich unter dem Mot­to „Insek­ten ret­ten – Arten­schwund stop­pen“ stark für sei­ne For­de­run­gen. Hier­zu gehö­ren: Den Flä­chen­fraß ver­bind­lich stop­pen und Schutz­ge­bie­te wirk­sam schüt­zen, natur­na­he und wil­de Wäl­der zulas­sen, natur­ver­träg­li­che Land­wirt­schaft aktiv vor­an­brin­gen, Bio­top­ver­bund stär­ken und aus­wei­ten, leben­di­ge Gewäs­ser und Auen sichern, sowie den Arten­schutz in der Stadt fördern.

SPD unterstützt Volksinitiative für Artenvielfalt

Bereits im März haben wir als SPD-Frak­ti­on einen Antrag gestellt, in dem wir die Ver­wal­tung dazu auf­for­dern, die Zie­le und For­de­run­gen der Volks­in­itia­ti­ve Arten­viel­falt NRW in eine Bio­di­ver­si­täts­stra­te­gie der Stadt Iser­lohn zu über­füh­ren. Außer­dem soll die Volks­in­itia­ti­ve aktiv bei der Samm­lung von Unter­schrif­ten unter­stützt wer­den, indem die Unter­schrif­ten­lis­ten in den Ver­wal­tungs­ge­bäu­den offen aus­ge­legt wer­den. Die Coro­na-Pan­de­mie erschwert die Unter­schrif­ten­samm­lung näm­lich momen­tan sehr – da es sich um eine Initia­ti­ve und kei­ne Peti­ti­on han­delt, gel­ten hier kei­ne Online-Unter­zeich­nun­gen. Aus die­sem Grund liegt ab sofort noch bis Ende Mai auch in unse­rem Frak­ti­ons­bü­ro eine Unter­schrif­ten­lis­te aus, auf der alle, die die For­de­run­gen der Volks­in­itia­ti­ve Arten­viel­falt NRW unter­stüt­zen möch­ten, per­sön­lich unter­schrei­ben kön­nen. Eine sol­che Lis­te kön­nen Sie auch hier her­un­ter­la­den. Viel­leicht haben auch Sie die Mög­lich­keit, die­se Lis­te an Ihrem Arbeits­platz aus­zu­le­gen oder im Bekann­ten- und Freun­des­kreis – unter Beach­tung der gel­ten­den Coro­na­schutz­ver­ord­nung – unter­schrei­ben zu lassen? 

Wie auch Sie einen Beitrag zum Artenschutz leisten können

Jeder Ein­zel­ne kann einen Bei­trag zum Arten- und Kli­ma­schutz leis­ten. Wie das mit ein­fa­chen Mit­teln im eige­nen Gar­ten mög­lich ist, zei­gen wir Ihnen jetzt mit unse­ren fünf Tipps, wie auch Ihr Gar­ten bie­nen- und insek­ten­freund­lich wird:

1. Blühwiese

Jeder Gar­ten­be­sit­zer fin­det mit Sicher­heit einen klei­nen Bereich, in dem er eine Blüh­wie­se ergän­zen kann. Es braucht dafür nur ein Stück­chen gut gelo­cker­te Erde, in die eine spe­zi­el­le Saat­mi­schung gege­ben wird. Wich­tig ist, dass die aus­ge­sä­te Blüh­wie­se zwei Wochen lang feucht gehal­ten und über die Som­mer­mo­na­te nicht gemäht wird – des­halb eig­net sich vor allem ein Bereich Ihres Gar­tens, der nicht täg­lich betre­ten wer­den muss. Bei Aus­saat im April erfreu­en die bun­ten Blü­ten schon ab Juni nicht nur Bie­nen, Hum­meln und ande­re Insek­ten, son­dern auch Ihr Auge. Zu beach­ten ist noch, wel­che Blu­men wir aus­sä­en – bevor­zugt wer­den soll­ten hei­mi­sche Pflan­zen, die unse­ren hei­mi­schen Insek­ten die bes­te Nah­rung bie­ten, bei­spiels­wei­se die­se Saat­päck­chen, wel­che über das Natur­schutz­zen­trum Mär­ki­scher Kreis e.V. bezo­gen wer­den kön­nen. Ein klei­ner Bereich von 2 x 2 Metern reicht schon, um das Nah­rungs­an­ge­bot für die Insek­ten in unse­ren Gär­ten nach­hal­tig auszubauen.

2. Insektenfreundliches Beet

Alter­na­tiv zur Blüh­wie­se eig­net sich auch jedes Blu­men­beet her­vor­ra­gend dazu, es um bie­nen­freund­li­che Pflan­zen zu ergän­zen. Durch die Mono­kul­tu­ren in der Land­wirt­schaft wird das Ange­bot für vie­le Blü­ten­be­su­cher immer knap­per – umso wich­ti­ger wer­den unse­re Gär­ten als arten­rei­che Nah­rungs­lie­fe­ran­ten. Dies beginnt im Früh­jahr mit den soge­nann­ten Früh­lings­blü­hern: Tul­pen, Kro­kus­se und Nar­zis­sen las­sen sich schon im Herbst als Zwie­beln aus­pflan­zen, um dann im nächs­ten Früh­ling ab Febru­ar und März in vol­ler Pracht zu erblü­hen und den hung­ri­gen Bie­nen nach ihrem Win­ter­schlaf einen will­kom­me­nen Snack zu lie­fern. Auch schim­mern­de Käfer, bun­te Schmet­ter­lin­ge und Hum­meln freu­en sich ab Früh­som­mer über eine gro­ße Aus­wahl an ver­schie­de­nen Blü­ten im Gar­ten, zum Bei­spiel Wei­den­kätz­chen, blü­hen­de Obst­bäu­me, Laven­del, Thy­mi­an, Som­mer­flie­der und Lupi­nen. Als Stau­den eig­nen sich unter ande­rem Duft­nessel, Son­nen­braut, Kat­zen­min­ze, Mäd­chen­au­ge, Fett­hen­ne, Fär­ber­ka­mil­le oder Lungenkraut.

3. Benjes- oder Totholzhecke

Eine Ben­jes- oder Tot­holz­he­cke besteht aus locker auf­ge­häuf­ten Ästen, die zwi­schen eini­gen in den Boden geramm­ten Holz- oder Stahl­pfäh­len gesta­pelt wer­den. Im Lau­fe der Zeit ent­steht hier nicht nur ein ansehn­li­cher, kos­ten­güns­ti­ger und natür­li­cher Sicht­schutz, auch die Ent­sor­gung von Abfäl­len aus dem Gehölz­schnitt wird ver­ein­facht. Ver­schie­de­ne Vogel­ar­ten bau­en hier ihre Nist­plät­ze, außer­dem nut­zen unter ande­rem Wild­bie­nen den Tot­holz­sta­pel ger­ne. Eine klei­ne Ben­jes­he­cke passt in fast jeden Gar­ten, benö­tigt wird nur ein klei­ner Bereich am Ran­de des Grund­stücks bei­spiels­wei­se. In Brei­te und Höhe sind der Hecke kei­ne Gren­zen gesetzt, so dass die­se sich auch als Sicht­schutz oder für grö­ße­re Gär­ten wun­der­bar eig­net. Beson­ders Kin­der haben gro­ßen Spaß dar­an, Äste zu sam­meln und so an der Ent­ste­hung der Hecke aktiv mitzuwirken.

4. Insektenhotel

Wenn Sie mit den rich­ti­gen Stau­den oder einer anspre­chen­den Blüh­wie­se ein viel­fä­ti­ges Buf­fet für Bie­nen und ande­re Insek­ten in Ihrem Gar­ten geschaf­fen haben, liegt ein wei­te­rer Schritt nahe: Die Errich­tung eines so genann­ten Insek­ten­ho­tels als Nist- und Über­win­te­rungs­hil­fe. Im Fach­han­del gibt es eine gro­ße Aus­wahl an ver­schie­de­nen Model­len in allen Grö­ßen. Auch besteht die Mög­lich­keit, Bau­sät­ze zu erwe­ben und die deko­ra­ti­ven Holz­häu­ser sel­ber zusam­men­zu­bau­en und zu befül­len. Dabei lohnt es sich, die Mate­ria­li­en mit Sorg­falt aus­zu­wäh­len. Denn damit Wild­bie­nen, Flor­flie­gen und Co. die Insek­ten­ho­tels auch nut­zen, soll­ten nur hoch­wer­ti­ge und tro­cke­ne Höl­zer ver­wen­det wer­den. Als Fül­lung eig­nen sich bei­spiels­wei­se Bam­bus- oder Schilff­röhr­chen, Stroh, durch­bohr­te Äste und Baum­schei­ben oder Back­stei­ne. Beim Auf­stel­len im gar­ten ist zu beach­ten, dass das Insek­ten­ho­tel voll­son­nig und wit­te­rungs­ge­schützt plat­ziert wird.

5. Wasserstellen

Ins­be­son­de­re in den hei­ßen, tro­cke­nen Som­mer­mo­na­ten benö­ti­gen Vögel und Insek­ten Was­ser. Da es in den Städ­ten und Gär­ten immer weni­ger natür­li­che Gewäs­ser oder Was­ser­quel­len gibt, kön­nen Gar­ten­be­sit­zer hier einen wich­ti­gen Bei­trag leis­ten, indem sie Vogel­trän­ken oder klei­ne, mit Was­ser und Mur­meln, Kie­sel­stei­nen oder klei­nen Stöck­chen gefüll­te Scha­len auf­stel­len. Das sieht nicht nur deko­ra­tiv aus, son­dern unter­stützt Insek­ten und Vögel, die ohne die­ses zusätz­li­che Was­ser­an­ge­bot ver­durs­ten könn­ten. Wich­tig zu beach­ten ist hier­bei, dass das Was­ser in den Schäl­chen regel­mä­ßig, am bes­ten täg­lich, aus­ge­wech­selt wird, damit sich hier bei hohen Tem­pe­ra­tu­ren kei­ne Bak­te­ri­en ansammeln.

Tipps für den kleinen Balkon

Wenn Sie jetzt nach der Lek­tü­re Lust auf Gar­ten­ar­beit bekom­men haben, aber sel­ber nur über einen klei­nen Bal­kon ver­fü­gen, kom­men hier noch eini­ge Ideen, wie Sie auch einen Bal­kon bie­nen- und insek­ten­freund­lich gestal­ten kön­nen. Denn bie­nen­freund­li­che Blu­men las­sen sich natür­lich auch in Bal­kon­käs­ten oder deko­ra­ti­ve Töp­fe pflan­zen. Beson­ders geeig­net sind hier­für Wan­del­rös­chen, Glo­cken­blu­me, Ver­be­ne, Kapu­zi­ner­kres­se, Löwen­mäul­chen, Laven­del, Mar­ge­ri­ten, Vanil­le­blu­me, Män­ner­treu oder Rin­gel­blu­men. Sie locken Bie­nen auch auf Ihren Bal­kon und zau­bern Ihnen mit Ihrer Blü­ten­pracht vie­le Wochen lang ein Lächeln ins Gesicht. Auch eine klei­ne Was­ser­stel­le für durs­ti­ge Insek­ten lässt sich ein­fach und schnell inte­grie­ren – stel­len Sie dazu ein mit fri­schem Was­ser und Mur­meln, Kie­sel­stei­nen oder klei­nen Stöck­chen gefüll­tes Schäl­chen auf Ihren Balkontisch.

3 x Insektenhotel und 15 x Blühwiesensaat zu gewinnen!

Lie­be Iserlohner:innen: Wir unter­stüt­zen Sie dabei, Ihren Gar­ten insek­ten­freund­lich zu gestal­ten und wol­len im Sin­ne der Volks­in­itia­ti­ve Arten­viel­falt auf die wich­ti­gen The­men Umwelt­schutz und Arten­er­halt hin­wei­sen. Auf unse­rem Insta­gram-Kanal und unse­rer Face­book-Sei­te ver­lo­sen wir des­halb ab sofort bis zum 04.05.2021 ins­ge­samt drei hoch­wer­ti­ge, hand­ge­ar­bei­te­te Insek­ten­ho­tels. Die­se wer­den unter Berück­sich­ti­gung der beson­de­ren Ansprü­che von Wild­bie­nen an das ver­wen­de­te Mate­ri­al in der Holz­werk­statt der Beschäf­ti­gungs­för­de­rung in Iser­lohn ange­fer­tigt und haben einen Wert von jeweils rund 30 Euro. Außer­dem ver­lo­sen wir unter allen Teilnehmer:innen 15 x „Regio­na­les Wild­blu­men­saat­gut“  für Ihre per­sön­li­che Blüh­wie­se im hei­mi­schen Gar­ten. Fol­gen Sie unse­rem Insta­gram- und/​oder Face­book-Pro­fil, kom­men­tie­ren Sie den ent­spre­chen­den Bei­trag, ver­lin­ken Sie einen Freund, schon sind Sie im Lostopf. 

Gewinnspielbedingungen

Das Gewinn­spiel steht in kei­ner Ver­bin­dung zu Insta­gram oder Face­book. Teil­nah­me­be­rech­tigt sind alle natür­li­chen Per­so­nen, die ihren Wohn­sitz in Iser­lohn und das 14. Lebens­jahr voll­endet haben. Vom Gewinn­spiel aus­ge­schlos­sen sind die Mitarbeiter:innen des Iser­loh­ner SPD-Frak­ti­ons­bü­ros sowie die SPD-Frak­ti­ons­mit­glie­der und deren Fami­li­en­an­ge­hö­ri­ge. Die Ermitt­lung der Gewinner:innen erfolgt nach Teil­nah­me­schluss am 04.05.2021 im Rah­men einer auf dem Zufalls­prin­zip beru­hen­den Ver­lo­sung unter allen Teilnehmer:innen auf Insta­gram und Face­book. Der Rechts­weg ist aus­ge­schlos­sen, eine Bar­aus­zah­lung nicht mög­lich. Die glück­li­chen Gewinner:innen wer­den durch uns kon­tak­tiert, Daten wie Anschrift und Tele­fon­num­mern nur zur Abwick­lung des Gewinn­spiels erho­ben und nicht gespei­chert. Wir wün­schen allen Teilnehmer:innen viel Glück!