„Als kleines Kind war ich eher  still und ziemlich schüchtern“

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Die Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen hatte Janine "Jini" Meyer zum Talk in den Saalbau eingeladen

Letmathe.24.04.2017

Eine größere Liebeserklärung als die von der Sängerin Janine „Jini“ Meyer hätte Letmathe nicht bekommen können. „Hier ist meine Heimat, in Letmathe fühle ich mich wohl und geborgen“, sagte sie bei einer Talkshow am Samstag im Saalbau. Eingeladen dazu hatte die „Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen“ mit ihrer Vorsitzenden Martina Matner - Kißler. Die SPD- Ratsmitglieder Matner- Kißler
und Gabriele Stange führten das Gespräch mit der ehemaligen Luxuslärm- Frontfrau und Sängerin der neuen Band „Herocks“, die sich beim Konzert am 3. November im Parktheater vorstellen wird.

 

Der Vater weckte bei Jini die Liebe zur Musik

 

Jini Meyer ist seit neun Jahren „stolze Letmatherin“, wie sie selbst sagt. Geboren wurde sie in Lüdenscheid, ihre Kindheit verbrachte sie in Halver,einem Städtchen, das noch etwas kleiner ist als Letmathe. Schon von klein auf mochte sie Musik, denn ihr Vater war früher auch in einer Band und hat dort Bass gespielt. Damit weckte er bei seiner Tochter die Liebe und Leidenschaft zur Musik. Jini durfte Klavierunterricht nehmen und hatte zum Glück tolle Musiklehrer, die Potenzial in ihr gesehen haben und sagten: „Jini, du gehörst auf die Bühne!“ Diese Vorstellung machte ihr zunächst Angst, denn „als kleines Kind war ich eher still und ziemlich schüchtern“. Am Beginn ihrer Karriere war es für sie ganz schlimm auf der Bühne zu stehen und vor Hunderten von Zuschauern zu singen. Die heute 34-Jährige legte erst mit 15 Jahren diese Scheu ab. „Das hat viel mit Selbstvertrauen und Selbstfindung zu tun“, definiert sie diesen Wechsel von der einstigen seht schüchternen Janine zur Rockröhre und Frontfrau.

 

Sie ist heute ihren Eltern für diese musikalische „Grundausbildung“ sehr dankbar, auch wenn sie bereits früh sagten, dass das als Beruf für Jini nicht in Frage kommen würde. „Musik soll ein Hobby bleiben, damit kann man niemals später Geld verdienen“, so der Tenor im Hause Meyer.

 

Aussprache mit den Eltern ebnete den Weg ins Studium
Wegen der Vorbehalte ihrer Eltern entschloss sie sich nach dem Abitur (Notendurchschnitt 2,3) für ein Lehramtsstudium in den Fächern Englisch und Sport an der Uni Dortmund. Nach drei Semestern ging sie jedoch weinend zu ihren Eltern. „Muss mit euch sprechen: Das ist nicht mein Leben, das ist nicht das, was ich machen will und was mir mein Herz sagt.“ Nach der Aussprache mit ihren Eltern begann Jini ein Gesangsstudium im niederländischen Enschede. Ermuntert dazu wurde sie durch ihren ehemaligen Partner Jan Zimmer. Sie stellte sich daraufhin einer theoretischen und praktischen Aufnahmeprüfung, wurde angenommen und schloss letztlich ihr Studium als „Bachelor of Music“ ab. Zu diesem Zeitpunkt kam Jini auch zur Band „Blue Cinnamon“. Sie half als Sängerin ein ums andere Mal aus, und irgendwann war sie festes Mitglied dieser Band. Bei einem der zahlreichen Auftritte wurde der Produzent Götz von Sydow auf die Band aufmerksam. Das war vor nunmehr elf Jahren - und aus „Blue Cinnamon“ wurde „Luxuslärm“. Von da an erfüllte „Luxuslärm“ das komplette Leben von Jini Meyer - CDs, Tourneen, Auftritte - es blieb kaum Zeit, um einmal Luft zu holen. An Urlaub war kaum zu denken, es folgte die Teilnahme am Vorentscheid des European Song Contest, den die Band leider nicht für sich entscheiden konnte. Mit der Gründung von „Luxuslärm“ fiel auch die Eröffnung der Rock- und Popfabrik zusammen.
Die Idee dazu hatte Jan Zimmer, und er konnte dafür auch Jini begeistern. Das Ziel: eine Musikschule, die ein anderes Konzept verfolgt als die anderen Einrichtungen. „Learning by banding“ heißt das Geheimrezept, das die Jugendlichen ermutigen soll, ein Instrument im Rahmen einer Band zu lernen.

Nach sechs Jahren wieder Kontakt zu Henrik Oberbossel

Das Ende von „Luxuslärm“ 2016 wurde auch zu einem neuen Lebensabschnitt für Jini Meyer. Mit der neuen Band „Herocks“ schließt sich in gewisser Weise wieder der Kreis für Jini. Ins Leben gerufen wurde die Band durch den Schlagzeuger Jonas Wilms, der ebenfalls an der Rock- und Popfabrik unterrichtet. Er bat Jini, in der Band zu singen. Es gäbe nur ein Problem: der Gitarrist. Es ist Henrik „Henne“ Oberbossel. Bis 2011 war er Ur-Luxuslärmer, Sechs Jahre hatte Jini keinen Kontakt zu Oberbossel. „Wir haben uns angeschaut, die Chemie stimmte sofort, und es war fast wie früher“, definiert Jini den Moment, als die Eiszeit zwischen beiden vorbei war.

 


Neuwahlen bei der AsF am 19.04.2017

 

Berlinski an der Seite von Matner-Kißler

 

 

 

Iserlohn, den 26.04.2017

Vorstandswahlen gab es kürzlich bei der Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen (AsF). Im Rahmen der Jahreshauptversammlung im Bürgerraum am Fritz-Kühn-Platz wurde Martina Matner-Kißler als erste Vorsitzende bestätigt, neu an ihrer Seite ist ab sofort Heike Berlinski. Neben dieser Doppelspitze gehören Gabriele Stange, Sabine Stake, Sylvia Patscher, Jeanette Udeh und Claudia Weikert zum erweiterten Vorstand. Neben dem Rückblick auf das ereignisreiche Jahr 2016 von Martina Matner-Kißler gab es einen Ausflug in „die politische Arbeit der Frau in den 90er-Jahren“ von Annegret Simon. Zu Gast waren Eva Kitz, Vorsitzende des SPD-Stadtverbandes, und Willi Berlinski, Vorsitzender der Jungsozialisten. Gemeinsam haben die Anwesenden der verstorbenen AsF-Frauen Anni Boppard und Maria Windhövel gedacht.

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"Es wird uns der Strick um den Hals gelegt"

   Natalie Seltmann (hint, zweite von r.) brachte zum politischen Frühstück drei der AsF drei junge Mütter mit.

 

Die Hebamme Natalie Seltmann referierte bei der Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen

 Letmathe. Zu einem politischen Frühstück lud die Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen (AsF) in Iserlohn am Samstagmorgen in die Gaststätte Zunftstube in Letmathe ein. Martina Matner- Kißler, die Vorsitzende der AsF Iserlohn, begrüßte neben Genossinnen aus Iserlohn, Hemer und Letmathe auch die Iserlohner Hebamme Natalie Seltmann als fachkundige Referentin zum Thema „Versicherungsschutz für Hebammen“.

Beim Versicherungsschutz für Hebammen, insbesondere dann, wenn es sich um Hilfe bei Hausgeburten handelt, haben sich in jüngste Vergangenheit wesentliche Veränderungen ergeben. Seit 13 Jahren arbeitet Natalie Seltmann als freiberufliche Hebamme. Als sie damals anfing, den Beruf auszuüben, habe ihre Haftpflichtversicherung 453 Euro gekostet, heute sind es stolze 6800 Euro, die gar nicht in Relation zum Einkommen stünden. Für das kommende Jahr ist bereits sogar eine Erhöhung des Beitrags auf 7200 Euro angekündigt. Ende 2017 wird dann neu über den Versicherungsschutz von freiberuflichen Hebammen diskutiert, da dieser zunächst auf zwei Jahre begrenzt worden ist. „Es wird uns der Strick um den Hals gelegt“, so Seltmann.

Auch wenn der Versicherungsschutz die Hebamme vor große Probleme stellt, ist Natalie Seltmann eine Hebamme aus Leidenschaft, die das Abenteuer Freiberuflichkeit auf sich nimmt, weil sie davon über zeugt ist, wie wichtig die intensive Betreuung der Schwangeren ist. Pro Jahr betreut die vierfache Mutter zwischen 30 und 40 Geburten. Noch in der Nacht vor dem politischen Frühstück hatte sie geholfen, ein Kind auf die Welt zu holen. Zu bedenken ist dabei, dass es mit der Geburt nicht getan ist, Natalie Seltmann übernimmt als Hebamme Vor- und Nachsorge bei den schwangeren Frauen.

Natalie Seltmann war es auch zu verdanken, dass drei frischgebackene Mütter mit ihrem Nachwuchs als Beispiel für eine Hausgeburt bei dem politischen Frühstück zugegen waren. Sie konnten bei der anschließenden Diskussion ihre noch ganz frischen Erfahrungen mit einbringen.

 

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Der Lebensmittelschrank für Bedürftige wurde traditionell aufgefüllt

 

Iserlohn.25.11.2015 Die Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen (AsF) hat jetzt eine Lebensmittelspende im Wert von mehreren hundert Euro an die Wohnungslosenhilfe der Diakonie Mark-Ruhr überreicht. Sie beinhaltet sowohl lagerfähige Lebensmittel wie Fertiggerichte, Kaffee und Kakaopulver als auch Produkte zur Körperpflege. Da viele Besucher der Einrichtung Hunde und Katzen halten, ist Tiernahrung ebenfalls ein fester Bestandteil dieser Spenden.

Seit etwa fünf Jahren gibt es dieses Hilfsprojekt nun schon. Damals stellte die Diakonie zwei Schränke zur Verfügung, um Notleidenden die Möglichkeit zu geben, etwas zu Essen zu bekommen. Seitdem füllt die AsF regelmäßig die Vorräte auf.

Es handelt sich bei dieser Maßnahme um eine Nothilfe der Diakonie, Wohnungslosen Lebensmittel und Hygieneprodukte zur Verfügung stellen zu können. Wie Ulf Wegmann, Leiter der Wohnungslosenhilfe an der Trift 3, betonte, sei dies keine Regelversorgung, sondern nur eine Überbrückungsmaßnahme, bis zum Beispiel staatliche Hufsgelder erfolgreich beantragt werden konnten. Die Wohnungslosenhilfe. ist dabei auf Spenden der AsF oder von Privatleuten angewiesen. Ein Anreiz für potenzielle Spender ist der Vorteil, dass die Lebensmittelspenden definitiv direkt bei den Bedürftigen ankommen.

Auch wenn die Spenden der AsF und einiger Privatpersonen eine äußerst hilfreiche Ergänzung für die Wohnungslosenhilfe sind, entstehen oft Engpässe in der Versorgung,

weshalb die Helfer weitere Spenden dankbar annehmen.     


 

 

Jüdisches Leben auf Wermingser Straße

 

Die Stadtführung mit Götz Bettge markiert den Startschuss eines Projektes der sozialdemokratischen Frauen.

 

Noch im Januar 1933 hatte der Iserlohner Kreisanzeiger Sami Becker zu seinem 25-jährigen Jubiläum als Vorsteher der jüdischen Gemeinde Iserlohn und herausragende Persönlichkeit der Stadt gewürdigt. Wenige Wochen später begann die Verfolgung der Juden – auch in Iserlohn. Die Geschichte der Juden im Dritten Reich von der anfänglichen Einschüchterung bis zum Brand der Synagoge und der Deportation, aber auch die Geschichte des blühenden jüdischen Lebens in Iserlohn seit dem 18. Jahrhundert – all das ist in Fußgängerzone vom Alten Rathausplatz bis zur Mendener Straße an vielen Stellen Zeugnis. Am Freitagabend hat der ehemalige Stadtarchivar Götz Bettge auf Einladung der Arbeitsgruppe sozialdemokratischer Frauen (AsF) die jüdische Geschichte in Iserlohn mit einer Stadtführung wieder auferstehen lassen.

Experten-Unterstützungfür historische Aufarbeitung

Für die AsF markierte der Rundgang unter dem Titel „Auf den Spuren jüdischer Mitbürgerinnen und Mitbürger“ den Auftakt zu einem Projekt, mit dem die Frauen das „Schicksal jüdischer Frauen in Iserlohn“ näher beleuchten wollen. Am Ende soll eine Broschüre zu dem Thema entstehen. „Das wird ein weiter Weg“, sagte Maria Windhövel von der AsF am Freitag. Und sie sei sehr dankbar, dass sie mit Götz Bettge und Dr. Walter Wehner zwei in historischer Quellenarbeit erfahrene Experten für das Projekt gewinnen konnte.

Eine nicht sonderlich lange, dafür aber ziemlich eisige Wegstrecke hatten die Teilnehmer des Stadtrundgangs dann vor sich. Umso bemerkenswerter, dass sich mehr als zwei Dutzend interessierte Zuhörer am Treffpunkt Alter Rathausplatz einfanden und dann auch fast undezimiert bis zum Ende durchhielten. Was mit Sicherheit an dem fesselnden und immer wieder erschütternden Thema lag.

Götz Bettge umriss dabei die gesamte Geschichte der Juden in Iserlohn, die schon seit dem Mittelalter, namentlich durch den jüdischen Kaufmann Samuel von Iserlohn im 14. Jahrhundert, in einem Kölner Register belegt sind. Spätestens seit der Wende vom 18. zum 19. Jahrhundert seien sie voll in Iserlohn integriert und Teil aller wichtigen Vereine vom IBSV bis zur Harmonie gewesen. Seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts auch verstärkt sichtbar mit Geschäften an der Wermingser Straße. Zu der Zeit drängten die wohlhabenden Iserlohner Familien aus der Innenstadt in die Villen am Stadtrand, so dass in der heutigen Fußgängerzone die Bürgerhäuser frei wurden. Obwohl die konstant etwa einen Prozent der Bevölkerung stellenden Juden im Grunde alle Berufsschichten widerspiegelten, traten sie als Kaufleute besonders sichtbar in Erscheinung. Die vielen Stolpersteine in der Fußgängerzone zeugen von dem jüdischen Leben seit dieser Zeit.

Synagoge hatte nuretwa 110 Jahre Bestand

Damals hatten sie auch schon eine eigene Gemeinde gegründet und waren um 1828 herum in der Lage gewesen, eine eigene Synagoge in einem Innenhof an der Mendener Straße zu errichten, die aber nur etwa 110 Jahre bestand hatte und 1938 ebenso wie die Gemeindemitglieder dem Nazi-Terror und der Judenverfolgung zum Opfer fiel. Parallel zu der physischen Auslöschung des jüdischen Lebens in Iserlohn strichen die Nazis die Juden auch aus der Erinnerung, in dem sie die Iserlohner Juden aus den Verzeichnissen löschten.

Eine beispielhafte Vita für diese letzte Generation der Juden in Iserlohn ist der schon erwähnte Sami Becker, an dessen Lebensweg Götz Bettge auch seinen Rundgang aufzog. Er war als Lehrer und Vorbeter im Jahr 1897 aus dem Hunsrück nach Iserlohn gekommen. Dort hatte er sich dann aber schnell in die Witwe Henriette Platz verliebt und nach der Heirat auch deren Weißwaren-Geschäft an der Wermingserstraße 15 übernommen. Als Vorsteher der jüdischen Gemeinde gehörte er zu den bedeutenderen Bürger der Stadt. Es ist verbürgt, dass in seiner Wohnung Skatrunden mit einem Evangelischen Pfarrer und einem Stadtrat stattfanden. 1933 brach das aber ab. Seine Kinder konnte er noch in Sicherheit bringen. Er selbst wurde am 27. April 1942 deportiert. Sein Abschiedsbrief an seine Kinder ist erhalten.

1988 war sein Sohn Heinz Becker, der damals ins sichere Ausland fliehen konnte, auf Einladung des Bildungsforums Jekami in Iserlohn. Weswegen, so Bettge, man überhaupt so viel über seinen Vater und auch über das Ende der jüdischen Gemeinde in Iserlohn wisse.

Quelle: IKZ

Autor: Ralf Tiemann

 

 


Iserlohner Sozialdemokratinnen zu Besuch im Landtag

Auf Einladung des SPD-Landtagsabgeordneten Michael Scheffler besuchte eine 16köpfige Gruppe der Iserlohner Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen (ASF) in der vergangenen Woche den Düsseldorfer Landtag.

Nach einer Führung durch das Landtagsgebäude mit vielen neu gewonnenen Eindrücken stand noch eine einstündige Diskussionsrunde mit dem heimischen SPD-Politiker auf dem Programm. Michael Scheffler nahm sich viel Zeit für die Fragen seiner Gäste und berichtete über seine politische Arbeit in den Ausschüssen, vor allem auch über seine Aufgaben als sozialpolitischer Sprecher der SPD-Landtagsfraktion.

Besonders interessiert waren die Gäste  an der aktuellen Flüchtlingspolitik und den damit verbundenen großen Herausforderungen für die Städte in Nordrhein-Westfalen. Der Abgeordnete berichtete über die neuesten Entwicklungen und Vorhaben der Landesregierung, denn auch die Stadt Iserlohn hat täglich neue Ankünfte von Flüchtlingen, die keine längere Planung zulassen. „Die Situation der Flüchtlinge lag den Frauen besonders am Herzen, denn viele engagieren sich ehrenamtlich in der Betreuung und kennen die Situation vor Ort sehr gut. Wir hatten eine sehr angeregte und kurzweilige Diskussionsrunde,  die Zeit ist leider viel zu schnell vergangen“, erklärte Michael Scheffler.  

Nach dem Besuch machte sich die muntere Truppe noch auf den Weg in die Altstadt, denn bei einem Ausflug nach Düsseldorf, durfte natürlich ein gemütlicher Spaziergang am Rhein entlang nicht fehlen.

Quelle:

Autor: Büro Michael Scheffler

Bild: www.lokalkompass.de


Vortragsveranstaltung "Altersarmut Frauen"

 

"Nicht nur Altersarmut ist weiblich, auch die Armut an sich", erläuterte Manuela Anacker von der Abteilung Sozialpolitik des Sozialverbandes VDK bei einem Vortrag auf Einladung der Arbeitsgemeinschaft sozialdemkratischer Frauen (AsF). Sie zeigte sozialpolitische, gleichstellungspolitische und kulturelle Dimensionen auf: Dazu gehöre das Berufswahlverhalten, dass Frauen immer noch  "typische Frauenberufe" ergreifen. Gesundheits- und Pflegeberufe seinen überwiegend weiblich. Das habe später Auswirkungen auf die Höhe der Rente. Auch wenn Frauen und Mädchen erwiesenermaßen bessere Abschlüsse mitbringen, bekommen sie zwischen 20 und 23 Prozent weniger Lohn als männliche Kollegen, berichtete die Referentin. 70 Prozent der Frauen der Frauen seien im Niedriglohnsektor beschäftigt: "Hier gibt es immer mehr prekäre Beschäftigungsverhältnisse, bei denen keine Sozialversicherungsbeiträge gezahlt werden. In neun von zehn Fällen arbeiten alleinerziehende Mütter in Minijobs." Von Armut sei jede dritte alleinerziehende Mutter bedroht. 43 Prozent der Alleinerziehenden seien Hartz-IV-Bezieher. "Da rollt eine Lawine auf uns zu", so die VdK-Referentin. Alleinerziehende seien im Alter oft auf Grundsicherung angewiesen. Im europäischen Vergleich verdienen rund 39 Prozent der vollzeitbeschäftigten Frauen in Deutschland unterhalb der Niedriglohnschwelle. Bei den Männern seien es dagegen 16,7 Prozent. Anacker sprach zudem von Alters- und Pflegearmut, die hauptsächlich Frauen treffe. Sie kümmern sich zumeist um die Pflege ihrer Angehörigen, ohne eigene Altersvorsorge treffen zu können.

"Die Altersversorgung der Frauen liegt oft weit unterhalb der Armutsgrenze", erklärte Anacker anhand von Zahlen der "Rentenschocktabelle". Hier sei die Politik gefragt, Verbesserungen für die Frauen zu erzielen, darin waren sich die anwesenden Männer und Frauen aus dem SPD-Stadtverband, der SPD-Fraktion und der AsF Iserlohn einig. "Der Sozialverband will auch daran mitwirken, dass die Rente zum Leben reicht", betonte Anacker 

 

Quelle Text: IKZ, Cornelia Merkel