Gebärdensprache an Iserlohner Regelschulen

Sehr geehrter Herr Leye,

 

im Namen der SPD Fraktion im Rat der Stadt Iserlohn bitte ich Sie folgenden Antrag auf die

 

Tagesordnung des nächsten Schulausschusses zur Beratung zu setzen:

 

Gebärdensprache an Iserlohner Regelschulen

 

Begründung:

 

 

In Deutschland benutzen circa 200.000 Menschen Gebärdensprache, rund 80.000 Menschen

 

davon sind schwerhörig oder gehörlos. 2002 wurde die Deutsche Gebärdensprache (kurz DGS) vom Bund als eigenständige Sprache anerkannt. Hauptmerkmale sind neben dem Einsatz der Hände, auch eine eigene Grammatik sowie das sogenannte Mundzeichen.

 

Die Deutsche Gebärdensprache muss wie jede andere Fremdsprache gelernt werden, sie hat nichts mit Pantomime zu tun und ist ein ernstzunehmendes Schulfach, das bisher jedoch leider nur sehr vereinzelt - meist an speziellen Förder- und Volkshochschulen - unterrichtet wird.

 

Besonders im Hinblick auf das Ziel eine inklusive Gesellschaft zu fördern, bieten die Verbesserung und der Ausbau von Gebärdensprachkompetenzen bei hörenden Menschen, jedoch eine große Chance. Gebärdensprache, etwa in einer AG, einem Projektkurs oder als Wahlpflichtfach, an Regelschulen anzubieten, wird dazu beitragen, eine Brücke zwischen hörenden und gehörlosen Menschen zu bauen. Das Erlernen der Sprache ebnet den Weg für die Teilhabe Gehörloser,

sensibilisiert hörende SchülerInnen und ist letztendlich eine sinnvolle Fähigkeit, die sich für die SchülerInnen und die Gesellschaft in der Zukunft auszahlen wird.

 

Bis auf ganz vereinzelte Ausnahmeprojekte, gibt es an Regelschulen in Deutschland keine Möglichkeit Gebärdensprache als Fremdsprache zu erlernen. Dabei sind Gebärdensprachkenntnisse später in der Berufswelt durchaus gefragt. 

 

Es existiert bundesweit ein Mangel an Gebärdensprachdolmetschern und ganze Berufszweige, die sich um diese Sprache ausgebaut haben, bieten interessante Zukunftsperspektiven.

 

Am Hans-Sachs-Gymnasium in Nürnberg wird Gebärdensprachunterricht als so genanntes Wahlfach unterrichtet. Zehn Wochen lang, wöchentlich einmal nachmittags, lernen die SchülerInnen 90 Minuten lang Grundkenntnisse der Sprache und bekommen einen Einblick in die Welt der Gehörlosen. Unterrichtet werden die SchülerInnen von einer staatlich geprüften Gebärsprachdozentin, die selber von Geburt an gehörlos ist.

 

Die SPD Fraktion bittet die Verwaltung Gespräche mit interessierten Schulen zu führen und ein Konzept zu entwickeln, wie Gebärdensprache an Iserlohner Regelschulen, etwa als AG, in Projektkursen oder als Wahlpflichtfach, eingeführt werden kann.

 

Mit freundlichen Grüßen

 

gez. Dimitrios Axourgos

 

SPD- Fraktionsvorsitzender

 

Nachrichtlich: Herrn Bm. Dr. Ahrens, Beigeordnete Frau Brenner, Fraktionen, Presse

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