Die Vision von einer "Kulturfabrik"

Die SPD-Ratsfraktion möchte die ehemalige Christophery-Fabrik an der Oberen Mühle als Kulturzentrum nutzen und hofft neben der politischen Unterstützung durch die anderen Parteien auch auf das Engagement möglichst vieler Iserlohner Kulturschaffenden- und interessierten, um ein tragfähiges Konzept für die „Kulturfabrik“ in der südlichen Innenstadt zu erarbeiten.

 

Mit ihrer Initiative glaubt die SPD zwei Ziele erreichen zu können. Denn zum einen, so Fraktionsvorsitzender Dimitrios Axourgos, gebe es neben einigen „luftigen Vorstellungen aus der Verwaltung“ bisher keine konkreten Ideen, wie die Industriebrache,die sich mittlerweile in städtischem Eigentum befindet, künftig genutzt werden könnte.

Zum anderen könnte mit einem Zentrum an diesem innerstädtischen Standort nicht nur grundsätzlich eine Stärkung der Iserlohner Kulturszene erfolgen, sondern darüber hinaus auch Angebotslücken geschlossen werden.

 

Industriellen Charme der Immobilie erhalten

Bewusst ist den Sozialdemokraten dabei, dass die Stadt in den kommenden Jahren bereits zahlreiche Großprojekte schultern muss. Axourgos betont daher ausdrücklich, dass der Aufwand, den der Umbau zur „Kulturfabrik“ verursachen würde, in Grenzen gehalten werden soll. Das aber nicht nur, um den Haushalt der Kommune zu schonen, sondern um den industriellen Charakter des Gebäudes möglichst nicht zu verwässern. „Da sollen auf keinen Fall zig Millionen investiert werden. Den Charme gewinnt das Zentrum und damit auch das ganze Projekt durch die jetzt vorhandene Bausubstanz. „Das erst macht es zu etwas besonderem“, spricht sich auch Fraktions-Geschäftsführerin Gabriele Stange gegen künstlich hochgeschraubte bauliche Standards aus, während die kulturpolitische Sprecherin Annegret Simon dafür plädiert, die Kosten in einem vertretbaren Rahmen zu halten, um nicht anschließend horrende Mietzahlungen von potenziellen Nutzern verlangen zu müssen.

Ein Kulturhausfür alle Bürger

Dreh- und Angelpunkt des Konzeptentwurfs der SPD ist im weiteren Prozess die direkte Beteiligung aller Interessierten. „Es soll ein Kulturhaus für die Bürger werden“, formuliert Annegret Simon die Absicht der SPD, das Projekt auf eine möglichst breite Basis zu stellen. Die Rahmenbedingungen dafür seien gegeben, so die Sozialdemokatin: „Wir wissen, dass Bands und Chöre noch Proberäume suchen, dass Vereine auf der Suche nach neuen Unterbringungsmöglichkeiten sind und dass es viele Künstler gibt, die ein Interesse daran haben, Atelierflächen anzumieten.“ Raum genug, um alle diese Nutzergruppen unter einem Dach zu vereinen und so ein neues kreatives Zentrum entstehen zu lassen, sei bei „Christophery“ ohne jede Frage vorhanden. Da in dem Gebäude mehr als genug Fläche zur Verfügung steht, sieht das SPD-Konzept überdies die Einrichtung eines Veranstaltungs- und Ausstellungsraumes vor, wünschenswert wäre aus Sicht der Sozialdemokraten zudem ein gastronomisches Angebot in der Kulturfabrik.

Anschauungsobjekte, dass Zentren dieser Art zu einem absoluten Gewinn für die kulturelle Szene einer Stadt werden können, gibt es derweil in reicher Zahl, wie Dr. Walter Wehner weiß, der selbst an ähnlich gelagerten Projektentwicklungen beteiligt war. „Die Halle 12 der Zeche Zollverein ist nur ein gutes Beispiel“, blickt Wehner, der für die SPD im Kulturausschuss sitzt, insbesondere in Richtung Ruhrgebiet.

Um dem Projekt Schwung zu geben, will die SPD nun zunächst einen Antrag im Kulturausschuss stellen. Neben einer grundsätzlichen Prüfung der Machbarkeit wünschen sich die Sozialdemokraten die Veranstaltung eines Workshops, um alle an dem „Projekt Kulturfabrik“ Interessierten an einen Tisch zu holen.

Bericht: IKZ vom 24.06.16, Thomas Pütter

 

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