SPD zu Besuch im Gewerbegebiet Zollhaus

Die Vermarktung des Industriegebietes Kalthof-Zollhaus ist so gut wie abgeschlossen. Insofern besteht auch kein Zweifel mehr daran, dass das Interesse von Unternehmen, sich dort anzusiedeln, auch wirklich vorhanden war. Aber wie denken die Firmenchefs, die nunmehr ihren Standort in Zollhaus haben, über ihre neue „Heimat“? Haben sie den Schritt irgendwann bereut, hat das Industriegebiet Zollhaus gravierende Alltagsmängel? Diese Fragen waren für die SPD-Fraktion Anlass, vor Ort zu einem „Runden Tisch“ einzuladen und sich mit den Unternehmen auszutauschen. Volker Burghoff (Burgtec) fungierte dabei als Gastgeber.

Perfektes Gebiet für einen Newcomer

Um es vorwegzunehmen: Neben dem Gastgeber war gestern mit der HP Polytechnik (Matthias Hellebrandt und Traugott Penderok) nur ein weiteres Unternehmen zu dem Treffen erschienen. Die HP-Polytechnik ist durchaus so etwas wie ein Pionier. 1995 gegründet begann schon 1998 das Zollhaus-Kapitel, damals zunächst noch auf Schotterstraßen. „Für uns als Newcomer“, so Matthias Hellebrandt, „war das Zollhausgebiet perfekt, insbesondere weil wir auch viel Hilfestellung seitens der Stadt und der GfW erhalten haben.“ Auch Volker Burghoff hat den Schritt, sein Unternehmen auf die grüne Wiese auszulagern, nicht bereut. 2002 war es soweit, 1996 hatte der Unternehmer das Zollhausgebiet das erste Mal für eine Auslagerung im Visier, dann aber wieder davon Abstand genommen. „Das lag damals an den Auflagen. Ein begrüntes Dach und damit zusammenhängende Kosten waren für unser Unternehmen nicht darstellbar.“ Als dann aber klar wurde, dass über Ausnahmegenehmigungen die Auflagen reduziert werden können, war Zollhaus für Burghoff erste Wahl.

Wiederholt wurde bei dem Gespräch, an dem auch Thomas Junge von der GfW und Baudezernent Mike-Sebastian Janke teilnahmen, die Bedeutung der Grüngürtel für das positive Erscheinungsbild hervorgehoben. Diesbezüglich gab es einen ersten Kritikpunkt der Unternehmer. Die Pflege der Flächen sei im Laufe der Jahre immer weiter heruntergefahren worden, so dass hier heute deutliche Defizite erkennbar seien.

Winterdienst unzureichend und teilweise zu spät

Weiterer Kritikpunkt war die zu schmale Ausfahrt zur Bundesstraße hin. Wenn da einige große Lkw als Linksabbieger stehen, sei schon Geduld erforderlich. Gewünscht wird eine Verbreiterung der Ausfahrt, so dass Rechtsabbieger unabhängig von den Linksabbiegern das Gebiet verlassen können. Als unzureichend empfindet man den Winterdienst, der teilweise auch zu spät erfolge. „Wenn an der ersten Steigung ein Lkw hängenbleibt, ist das ganze Gebiet dicht“, verdeutlichten die Unternehmer. Auch der Besuch von Politessen sorgte nicht für Freude, insbesondere bei betroffenen Mitarbeitern. Aufgeschultertes Parken auf dem Gehweg soll der Grund für die Aktion gewesen sein. Das Problem: Wenn Fahrzeuge komplett auf der Fahrbahn parken, wird es schnell zu eng für Lkw. Dabei seien die Gehwege breit genug, um aufgeschultertes Parken zu erlauben.

Weitere Kritikpunkte waren übernachtende Lkw-Fahrer, die ihren Müll in den Grünflächen entsorgen (Mehr Mülleimer?) oder junge Motorradfahrer, die an den Wochenenden dort riskante Fahrmanöver praktizieren (Tempo 30?) und bisweilen Party feiern würden.

SPD-Fraktionsvorsitzender Dimitrios Axourgos kündigte an, dass man schnell erste Gespräche etwa mit den Stadtbetrieben oder der Polizei initiieren wolle. Man könne ganz überwiegend wohl von abstellbaren Mängeln sprechen. Das zeige, dass bei den Planungen für das Industriegebiet und bei der Umsetzung gute Arbeit geleistet worden sei. „Zollhaus ist ein sehr gelungenes Industriegebiet“, so Axourgos.

Bericht und Bild: IKZ vom 28.04.2016

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